1887

oa Fundamina : A Journal of Legal History - Gab es Rechtswissenschaft in der ausserrömischen Antike?

 

Abstract

Ausgangspunkt der abendländischen Rechtswissenschaft sind bekanntlich die römischen Juristen. Über die Juristen der römischen Republik zurückreichende Einflüsse der außerrömischen antiken Kulturen auf die abendländische Rechtsgeschichte sind nur sehr begrenzt nachzuweisen. Der Ruhm der römischen Juristen ist (auch insoweit) begründet. Recht ist jedoch Bestandteil einer jeden Kultur. Der lang anhaltende Einfluß des römischen Rechts und der Leistungen der römischen Juristen auf die späteren europäischen Rechtsordnungen lassen fragen, ob keine der vor- und außerrömischen Kulturordnungen eine Rechtswissenschaft gekannt hat. Diese Frage verlangt zwei aufeinander aufbauende Antworten. Zum einen ist der Wissenschaftsbegriff der einzelnen Kulturen zu konkretisieren, und zum anderen ist zu prüfen, ob es im Rahmen dieser Wissenschaft eine Beschäftigung mit dem Recht gegeben hat. Bei der Suche nach einer Antwort ist auf die Rechtspraxis - wie gleich auszuführen sein wird - nur am Rande einzugehen. Der Blick gilt vielmehr vor allem dem Verhältnis von Schriftkultur und Rechtsordnung, also der Frage, wie die nichtdokumentarische schriftliche Überlieferung rechtliche Gesichtspunkte und Gedanken berücksichtigt und hierdurch die Rechtspraxis beeinflußt hat. Betrachtet werden die mesopotamische, keilschriftlich dokumentierte Kultur, das pharaonische Ägypten und die griechische Welt. Dabei handelt es sich zugleich um jene Kulturordnungen, für die immer wieder die Existenz von Kodifikationen vermutet wird.

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/content/funda/16/1/EJC34397
2010-01-01
2016-12-03
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