1887

n Acta Germanica : German Studies in Africa - Dunkle Archive der Seele in hellen Gebärden des Körpers. Die Antropologie der neusachlichen Prosa, Gabriella Hima : Buchbesprechungen

USD

 

Abstract

Die paradoxe Metapher von Béla Balázs, die der Studie der ungarischen Komparatistin, Gabriella Hima, den Titel gibt, fungiert zugleich als Brennspiegel, in dem die Strahlen ungarischer, österreichischer und deutscher Literaturen, die jeweils von Deszsö Kosztolányi, Joseph Roth, Erich Kästner und Irmgard Keun vertreten werden, konvergieren, um neue Bezüge innerhalb einer bisher fast ausschließlich als deutsches Phänomen aufgefaßten literarischen Richtung aufleuchten zu lassen. Damit stellt Gabriella Hima einen Topos der deutschen Literaturwissenschaft in Frage, demzufolge es sich bei der neusachlichen Prosa um ein Produkt der "weimaranischen Inzucht" handele, das auf eine literarische Bewegung während der Zwischenkriegszeit in Deutschland beschränkt war. Stattdessen definiert sie in Anlehnung an Joseph Roth die Sachlichkeit als "de[n] wache[n] Sinn für die Wirklichkeit", den es zumindest seit zweihundert Jahren in "der belletristischen Literatur aller europäischen Länder" gegeben habe, außer in der deutschen, wo ein Neologismus wie Neusachlichkeit erfunden wurde, da nur dem deutschen Volk "die Sachlichkeit 'neu' erscheinen konnte".

Loading

Article metrics loading...

/content/german/28/1/EJC34713
2000-01-01
2016-12-05
This is a required field
Please enter a valid email address
Approval was a Success
Invalid data
An Error Occurred
Approval was partially successful, following selected items could not be processed due to error