1887

n Acta Germanica : German Studies in Africa - Wahrheit und Erfindung. Grundzüge einer Allgemeinen Erzähltheorie, Von Albrecht Koschorke : book review

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Abstract

Kernproblem der Arbeit, das interessanterweise im letzten Kapitel erläutert wird, ist ein epistemologisches Paradox der europäischen Moderne, welches Albrecht Koschorke zu Kants "Ding an sich" zurückverfolgt: Wenn Erkenntnis nicht mehr vom Gegenstand her, sondern von den Bedingungen unseres Erkenntnisvermögens her gedacht wird, so wird der ontologische Status des Dings an sich prekär. Es muss gegeben sein, insofern es uns affiziert, aber es ist nicht "an sich" erkennbar; gleichwohl müssen wir es können, so Kant in der Vorrede zur (389). Die Reichweite dieses "großen Paradoxes", und das wird auf verschiedenen Ebenen im Werk herausgearbeitet, ist, dass es einerseits einem konstruktivistischen Wissensmodell der (welches auf einer inneren Kohärenztheorie von Wahrheit basiert, 336) eine Falltür öffnet, insofern es das Gegebene nicht berücksichtigt; andererseits einem Realismus der Naturwissenschaften (als einer Korrespondenztheorie von Wahrheit, 336) einen paradoxen Ursprung seines Erkenntnismodells attestiert. Mit systemtheoretischer Begrifflichkeit stellt sich das Dilemma so dar: "Dem [kantischen] System liegen Voraussetzungen zugrunde, die von den Verhältnissen innerhalb des Systems her nicht gedacht werden können." (391) Und dieses Dilemma liegt jedem Anfang zugrunde: "Um den Ursprung als Vorher/Nachher-Schwelle zu überblicken, muss man mehr wissen, als man innerhalb der durch eben diesen Ursprung entstandenen und begrenzten Welt wissen kann." (391)

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/content/german/42/1/EJC158419
2014-01-01
2016-12-05
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